Schlüsselpunkte:

Asbesthaltige Brandschutzklappen wurden bis etwa 1988 verbaut.

Asbest steckt oft in Dichtungen, Dämmungen und Klappenblättern.

Betroffen sind oft Krankenhäuser oder Bürokomplexe.

Jährliche Prüfpflicht nach LASI-Leitlinie LV 45.

Austausch ist langfristig günstiger und sicherer als dauerhafte Wartung.

Viele öffentliche Gebäude aus den 1960er bis späten 1980er Jahren haben feuerfeste Brandschutzklappen mit Asbest. Doch diese stellen heute ein erhebliches Gesundheits- und Haftungsrisiko dar.

Was sind asbesthaltige Brandschutzklappen?

Brandschutzklappen verhindern, dass sich Feuer und Rauch über Lüftungsleitungen zwischen Brandabschnitten ausbreiten. Klappen aus Asbest sind hitzebeständig und langlebig, heute jedoch wegen der hohen Gesundheitsgefahr verboten. Sie finden sich jedoch auch heute noch in vielen älteren Bauwerken, etwa unter einem Asbest Dach oder hinter Asbestplatten.

Wo steckt der Asbest in Brandschutzklappen?

Asbest wurde in Brandschutzklappen vielfältig eingesetzt:

  • im Klappenblatt
  • in Anschlagdichtungen aus Asbestschaumstoff (z. B. Litaflex)
  • in Ventildichtungen
  • in Wartungsöffnungen
  • in Scharnierverbindungen.

Charakteristisch ist das graue, faserige Material. Das ist ähnlich wie bei Sauerkrautplatten mit Asbest oder Eternitplatten mit Asbest. Wer wissen will, “wie Asbest aussieht”, muss dennoch einen Asbest Test im Labor durchführen. Denn Asbest mit bloßem Auge zu erkennen, ist nicht möglich.

Warum asbesthaltige Brandschutzklappen problematisch sind

In Deutschland sind schätzungsweise rund 500.000 asbesthaltige Brandschutzklappen in Betrieb. Viele davon sind über 30 Jahre alt. Durch Alterung verlieren sie Stabilität, wodurch Asbestfasern freigesetzt werden können. Bei Wartungsarbeiten gelangen sie in Lüftungsschächte und verteilen sich. Ähnlich wie bei faseriger Asbestdämmung oder beschädigten Asbestleichtbauplatten besteht ein erhebliches Risiko für die Gesundheit.

Prüfpflicht und neue Vorschriften nach LASI-Leitlinie

Seit 2018 gilt die LASI-Leitlinie LV 45, die eine jährliche Prüfung vorschreibt. Wird Asbest festgestellt, greifen die Vorschriften der TRGS 519, die eine Asbestsanierung nur durch sachkundige Fachbetriebe erlaubt. Dazu zählen Firmen wie Obolus, die über den entsprechenden Sachkundenachweis verfügen, um Asbest sicher zu entfernen.

Besondere Anforderungen bei Wartung asbesthaltiger Brandschutzklappen

Für Arbeiten an asbesthaltigen Klappen gelten emissionsarme Verfahren (AT 8.1 bis AT 8.3). Nach der Wartung muss eine Freimessung aller angeschlossenen Räume erfolgen. Viele Prüfdienstleister lehnen den Einsatz ohne zertifizierte Partner ab. Eine Asbestsanierung durch Fachfirmen wie Obolus ist daher unverzichtbar.

Das Kosten-Dilemma: Prüfung vs. Austausch

Eine einzelne Prüfung kann schnell in den fünfstelligen Bereich gehen und muss jährlich wiederholt werden. Der Austausch im Rahmen einer Asbestsanierung ist dauerhaft sicher.

Bewertung und Sanierungsdringlichkeit

Ein Asbesttest oder Gutachten durch einen Sachverständigen hilft bei der Einstufung des Risikos. Dabei werden nicht nur Formblätter ausgefüllt, sondern der reale Zustand bewertet. Asbesthaltige Asbestputze oder Asbestkleber in der Umgebung können die Dringlichkeit erhöhen. In den meisten Fällen lautet die Empfehlung, Asbest zu entfernen.

Fachgerechte Demontage nach TRGS 519

Die Demontage von Asbest-Brandschutzklappen ist Fachbetrieben mit TRGS 519-Zertifizierung vorbehalten. Das BT 58-Verfahren regelt den sicheren Ausbau und die Abkoppelung vom Lüftungskanal. Anschließend erfolgt die Verpackung in Big Bags und die Entsorgung als Sondermüll. Der Prozess ähnelt der Entfernung von Asbestwolle: Aufwendig, aber unverzichtbar für den Gesundheitsschutz.

Fazit zu Asbest Brandschutzklappen

Asbesthaltige Brandschutzklappen sind eine oft übersehene Gefahr in alten Gebäuden. Wartung und Austausch erfordern hohe Fachkenntnis und strikte Schutzmaßnahmen. Langfristig ist der Austausch im Rahmen einer Asbestsanierung die günstigere und sicherere Lösung.

FAQs zu Asbest Brandschutzklappen

Bis wann wurden Brandschutzklappen mit Asbest hergestellt?
Bis Ende der 1980er Jahre.

Welche Teile einer Brandschutzklappe enthalten Asbest?
Dichtungen, Klappenblätter und Schaumstoffe.

Muss ich asbesthaltige Brandschutzklappen sofort austauschen?
Bei Beschädigung oder Undichtigkeit ja, sonst regelmäßig prüfen lassen.

Brauche ich einen Sachkundenachweis für die Wartung?
Ja, Arbeiten dürfen nur mit Sachkundenachweis gemäß TRGS 519 durchgeführt werden.

Welche Kosten entstehen bei der Sanierung?
Je nach Anzahl und Zugänglichkeit mehrere Tausend Euro pro Klappe.

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