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Schlüsselpunkte:

Gefahrenstellen dürfen nur von sachkundigen Experten nach TRGS 519 definiert werden.

Materialarten wie Asbestleichtbauplatten, Asbestwolle oder Sauerkrautplatten Asbest müssen eindeutig identifiziert werden.

Das Ampelmodell zeigt, wie hoch das Risiko in Fasern/m³ einzustufen ist.

Eine Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht vor allen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten.

Ein professioneller Asbest Test durch ein akkreditiertes Labor gibt Klarheit über Belastungen.

Die korrekte Definition von Gefahrenstellen ist der erste und wichtigste Schritt bei Arbeiten an asbesthaltigen Baustoffen. Viele Gebäude enthalten bis heute Materialien wie Asbestputz, Asbestplatten, Asbestdämmung oder ein altes Asbestdach, deren Risiko sich für Laien kaum einschätzen lässt.

Schon kleine Eingriffe an Eternitplatten mit Asbest oder eine beschädigte Asbest-Fensterbank können zur Freisetzung gefährlicher Fasern führen. Fachkundige Beratung sorgt dafür, dass solche Risiken richtig bewertet und notwendige Maßnahmen frühzeitig eingeleitet werden.

Das Ampelmodell zur Risikobewertung

Zur fachlichen Definition von Gefahrenstellen nutzen Experten ein Ampelmodell. Es basiert auf den Vorgaben der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Dieses Modell wird auch bei der Bewertung von Materialien wie Asbestwellplatten, Asbestdämmung oder brüchigen Asbestleichtbauplatten eingesetzt.

  • Grüner Bereich (Akzeptanzbereich): Das Risiko ist niedrig. Die Belastung liegt unter 10.000 Fasern/m³. Hier kann es sich beispielsweise um fest gebundene Produkte wie Asbestplatten handeln, solange sie unbeschädigt sind.
  • Gelber Bereich (Toleranzbereich): Mittleres Risiko bis 100.000 Fasern/m³. Dazu zählen Materialien, die moderat beschädigt sind. Oft sind das verwitterte Eternitplatten mit Asbest, aber auch eine Fensterbank mit Asbest kann darunterfallen.
  • Roter Bereich (Hochrisikobereich): Über 100.000 Fasern/m³. In diesem Fall besteht akuter Handlungsbedarf. Insbesondere schwach gebundene Produkte wie Asbestwolle, bröselige Asbestdämmung oder beschädigter Asbestputz fallen in diese Kategorie. Es besteht akute Gefahr für die Gesundheit von Bewohnern und Arbeitern.

Wer darf Gefahrenstellen definieren?

Die Definition einer Gefahrenstelle ist keine Tätigkeit für Laien. Nur sachkundige Personen nach TRGS 519 dürfen eine fachliche Einschätzung vornehmen. Das ist insofern wichtig, als dass es auf die Frage “Wie sieht Asbest aus?” keine eindeutige Antwort gibt. Die Fasern sind unsichtbar und sind oft fest in anderen Baustoffen verbaut.

Wenn etwa unklar ist, ob es sich um ein Asbestdach handelt, oder ob Sauerkrautplatten mit Asbest belastet sind, ist es wichtig, die potenziellen Gefahrenstellen per Asbest Test zu analysieren.

Folgende Personen oder Institutionen dürfen bei der Definition mitarbeiten:

  • Sachkundige nach TRGS 519 mit behördlich anerkannter Qualifikation
  • Schadstoffgutachter und öffentlich bestellte Sachverständige
  • Akkreditierte Labore, die Materialproben analysieren und feststellen können, ob z. B. Asbestkleber enthalten ist oder ob in einer Probe Asbestwolle steckt

Eine Eigenbeurteilung ist rechtlich unzulässig und gefährlich. Nur Labortests in akkreditierten Laboren können potenziell gefährliche Materialien eindeutig identifizieren.

Gefährdungsbeurteilung als Grundlage

Vor jeder Art von Abbruch-, Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten (kurz ASI-Arbeiten) ist eine Gefährdungsbeurteilung gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt für das Entfernen von Asbest ebenso wie für Reparaturen an Asbestwellplatten.

Die Gefährdungsbeurteilung läuft folgendermaßen ab:

  • Materialart bestimmen: Handelt es sich um Eternitplatten mit Asbest, ein Asbestdach, Asbestleichtbauplatten oder möglicherweise versteckte Asbestdämmung?
  • Wie ist der Asbest gebunden: Fest oder schwach gebunden?
  • Mechanischer Zustand prüfen: Sind Materialien beschädigt? Lassen sich Fasern leicht lösen?
  • Faserfreisetzungsverhalten einschätzen: Besonders wichtig bei bröseligen Produkten wie Asbestwolle oder leicht zerstörbaren Sauerkrautplatten mit Asbest.
  • Dokumentationspflicht: Alle Ergebnisse müssen schriftlich festgehalten werden. Das ist die Grundlage für alle folgenden Schritte.

Faktoren bei der Definition von Gefahrenstellen

Bei der Einstufung von Gefahrenstellen werden zahlreiche Faktoren berücksichtigt. Fachleute beurteilen folgendes:

  • Fest oder schwach gebunden: In Materialien wie Asbestplatten oder Asbestwellplatten gilt Asbest als fest gebunden und damit weniger gefährlich. Asbestdämmung oder Asbestwolle sind aufgrund ihrer schwachen Asbestbindung viel gefährlicher.
  • Geplante Arbeitstechniken: Schon kleine Bohrarbeiten in eine Asbest-Fensterbank oder im Asbest Putz sind hochriskant, weil Fasern freigesetzt werden können.
  • Zugänglichkeit: Verdeckte Asbestputz-Schichten oder verbaute Asbestleichtbauplatten müssen besonders sorgfältig bewertet werden.
  • Andere Gefahrstoffe: Kombinationen mit PAK-haltigen Produkten oder alten Klebern erschweren die Bewertung und machen die Sanierung noch komplexer. Etwa wenn Sie der Meinung waren, zur Asbestkleber zu erkennen und es handelt sich zusätzlich noch um weitere Schadstoffe.
  • Gebäudenutzung und Personenverkehr: In Schulen, Büros oder Mietwohnungen gilt besondere Vorsicht, etwa bei einem beschädigten Asbestdach oder brüchigen Eternitplatten mit Asbest.

Fachliche Beratung durch Experten

Eine professionelle Beratung ist unverzichtbar. Zu den qualifizierten Ansprechpartnern zählen:

  • Schadstoffgutachter
  • Sachverständige nach TRGS 519
  • Bausachverständige
  • Experten aus dem IHK-Sachverständigenverzeichnis
  • Das Forum Asbest als zentrale Informationsstelle
  • Fachfirmen für Asbestsanierung wie Obolus

Experten erkennen zuverlässig, wie Asbest aussieht, führen einen Asbest Test durch und beurteilen Materialien wie Asbestputz, Sauerkrautplatten Asbest oder Asbestleichtbauplatten. Die Obolus-Group bietet in diesem Bereich umfassende fachliche Beratung und professionelle Asbestsanierung an.

Arbeitsplan basierend auf Gefahrenstellen

Nachdem die Gefahrenstellen definiert wurden, wird ein konkreter Arbeitsplan erstellt. Dieser umfasst:

  • Ableitung geeigneter Schutzmaßnahmen
  • Festlegung emissionsarmer Verfahren zum Entfernen von Asbest
  • Benennung des Aufsichtsführenden
  • Vorgaben zur persönlichen Schutzausrüstung (Schutzoveralls, Atemschutzmasken etc.)
  • Einführung eines Schleusensystems, um Kontaminationen zu vermeiden
  • Erstellung der Dokumentation und behördliche Anzeige gemäß TRGS 519

Ob es um die Sanierung einer Asbest-Fensterbank, die Entfernung von Asbestwellplatten, den Rückbau von Asbestplatten oder das Entfernen von Asbestdämmung geht – der Arbeitsplan stellt sicher, dass die Maßnahmen fachgerecht und rechtssicher durchgeführt werden.

Fazit zu Gefahrenstellen definieren

Nur qualifizierte Fachleute dürfen Gefahrenstellen definieren. Eine Eigenbeurteilung ist weder zulässig noch rechtssicher und kann eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Das Ampelmodell dient als hilfreiche Orientierung für die Risikoeinschätzung.

Eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage jeder sicheren Sanierung. Die Obolus-Group unterstützt Sie auf diesem Weg als erfahrener Partner in der Asbestsanierung und sorgt dafür, dass Materialien wie Asbestdämmung, Eternitplatten Asbest oder Asbestputz korrekt bewertet und sicher entfernt werden.

FAQs zu Gefahrenstellen definieren in fachlicher Beratung

Was sind Gefahrenstellen bei Asbest?
Gefahrenstellen sind Bereiche, in denen Materialien wie Asbestplatten, Asbestdämmung oder Asbestleichtbauplatten vorhanden sind und ein Risiko der Faserfreisetzung besteht.

Wer definiert Gefahrenstellen fachlich?
Nur sachkundige Personen nach TRGS 519, Schadstoffgutachter oder akkreditierte Labore dürfen Gefahrenstellen definieren und z. B. einen Asbest Test durchführen.

Welche Risikobereiche gibt es bei Asbest?
Das Ampelmodell unterscheidet den grünen Bereich mit einer Belastung von weniger als 10.000 Fasern/m³, den gelben Bereich bis 100.000 Fasern/m³ und den roten Bereich mit über 100.000 Fasern/m³.

Wann ist eine fachliche Beratung erforderlich?
Immer, wenn Verdacht auf Asbest besteht, egal ob bei Asbestwellplatten, Sauerkrautplatten Asbest, einer alten Asbest-Fensterbank oder einem Asbestdach.

Was beinhaltet eine Gefährdungsbeurteilung bei Asbest?
Sie umfasst die Materialanalyse, Zustandsermittlung, Bewertung des Freisetzungsverhaltens und vollständige Dokumentation der belasteten Bereiche.

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