1 Faserjahr entspricht 1 Mio. Fasern/m³ über 8 Std. an 240 Tagen
Grundlage für Anerkennung von BK 4104
25 Faserjahre gelten als medizinischer Schwellenwert
WHO-Fasern (länger als 5 µm) entscheidend
Expositionsphasen werden addiert
Der Begriff Faserjahre taucht vor allem dann auf, wenn Menschen über viele Jahre Kontakt zu Asbest hatten. Sei es beim Umgang mit Asbest Putz, beim Ausbau einer alten Asbest Fensterbank, beim Arbeiten mit Asbest Wellplatten oder beim Entfernen von Asbestplatten. Die Berechnung spielt eine zentrale Rolle in Verfahren zur Berufskrankheit BK 4104.
Definition eines Faserjahres
Ein Faserjahr beschreibt die jährliche Inhalation von Asbestfasern. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Exposition durch Arbeiten an einem Asbest Dach, an Asbest Dämmung oder beim Versuch bestand, unsachgemäß Asbest zu entfernen. Ein Faserjahr entspricht einer durchschnittlichen Belastung von 1 Million Fasern pro m³ Atemluft bei einer Atemrate von 10 m³ pro Tag. Das ergibt etwa 2,4 Milliarden Fasern pro Jahr.
Berechnungsformel für Faserjahre
Die Berechnung der Faserjahre erfolgt nach einer einfachen Formel:
Faserkonzentration × Expositionsdauer (in Jahren).
Wer stark fasernde Materialien bearbeitet hat oder regelmäßig mit Asbestwolle in Kontakt kam, kann auf hohe Werte kommen. Bei mehreren Expositionsperioden werden die einzelnen Werte addiert. Relevant sind dabei ausschließlich WHO-Fasern, also Fasern mit weniger als 3 µm Durchmesser und mehr als 5 µm Länge.
Warum 25 Faserjahre als Schwellenwert gelten
Seit 1992 dient der Schwellenwert von 25 Faserjahren zur Beurteilung von Berufskrankheiten wie Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs (BK 4104). Die statistische Verdoppelung des Krebsrisikos wurde wissenschaftlich bestätigt. Mesotheliome benötigen keinen Schwellenwert, weil sie bereits bei geringer Belastung auftreten können, etwa nach einer einzigen Asbestsanierung.
Rechenbeispiele für 25 Faserjahre
Einige typische Szenarien:
- 25 Millionen Fasern/m³ über 1 Jahr
- 2 Millionen Fasern/m³ über 12,5 Jahre
- 0,5 Millionen Fasern/m³ über 50 Jahre
Expositionen durch Arbeiten an Eternitplatten mit Asbest, Asbest Leichtbauplatten oder unerkannter Asbestwolle können über Jahrzehnte addiert werden.
Risikobewertung nach TRGS 910
Die TRGS 910 definiert Akzeptanz- und Toleranzrisiken. Bereits geringe Faserkonzentrationen können Risiken erzeugen, auch bei Tätigkeiten wie dem Entfernen von Asbest Putz oder Asbest Fensterbank nach einem positiven Asbest Test. Ein Faserjahr entspricht einem mutmaßlichen Krebsrisiko von 1:1000. Rauchen kann dieses Risiko um das Zehnfache erhöhen.
Wer führt die Faserjahrberechnung durch?
Die Berechnung übernehmen die Unfallversicherungsträger anhand historischer Arbeitsdaten. Sie greifen auf Expositionskatastern zurück, die Tätigkeiten wie die Entfernung von Sauerkrautplatten Asbest oder Arbeiten mit Asbestdämmung berücksichtigen. Gutachter nutzen dabei Messdaten verschiedener Branchen.
Kritikpunkte an der 25-Faserjahre-Grenze
Experten kritisieren, dass der Wert nicht exakt wissenschaftlich bestimmt werden kann. Niedrigere Belastungen etwa durch Asbestwellplatten oder Asbestwolle können ebenfalls krank machen. Zudem fehlen für alte Arbeitsplätze oft genaue Messdaten.
Fazit zu Asbest Faserjahre berechnen
Die Faserjahrberechnung ist zentral für die Anerkennung von Asbest-bedingten Erkrankungen. Wer beruflich mit Asbestplatten, Asbest Putz, Asbest Wellplatten oder ähnlichen Materialien zu tun hatte, sollte eine Expositionsanalyse durchführen lassen. Denn auch Experten können nicht sicher sagen, wie Asbest aussieht.
FAQs zu Asbest Faserjahre berechnen
Was sind Asbestfaserjahre und wie werden sie berechnet?
Ein Faserjahr entspricht 1 Mio. Fasern/m³ über ein Arbeitsjahr (240 Tage x 8h)
Warum sind 25 Faserjahre wichtig?
Sie gelten als Schwellenwert für die Anerkennung von Berufskrankheiten.
Wie viele Fasern entsprechen einem Faserjahr?
Etwa 2,4 Milliarden Fasern pro Jahr.
Welche Berufskrankheiten erfordern 25 Faserjahre?
Lungenkrebs und Kehlkopfkrebs nach BK 4104 – Mesotheliom nicht.
Wer berechnet die Faserjahre?
Unfallversicherungsträger und medizinische Gutachter.