Asbest Filter: FFP3, P3 und HEPA-Filter für Atemschutz

Bei Arbeiten an älteren Gebäuden, etwa an Asbestplatten oder Asbest Putz, besteht ein hohes Gesundheitsrisiko. Um sich bei einer Asbestsanierung wirksam zu schützen, sind der richtige Atemschutz und die richtigen Filter entscheidend.

Asbest Filter: Fachkräfte in Schutzanzügen mit Atemschutzmasken bei Sanierungsarbeiten

Das Wichtigste in Kürze zu Asbest Filter

  • Normale Staubsauger oder einfache Staubmasken reichen bei einer Asbestsanierung nicht aus.
  • Welcher Atemschutz nötig ist, regelt die TRGS 519 abhängig von der Faserkonzentration.
  • Partikelfiltrierende Einwegmasken (FFP2/FFP3) sind nur für kurzzeitige Tätigkeiten gedacht.
  • Für längere Arbeiten sind Masken mit austauschbaren P2- bzw. P3-Filtern oder Gebläsegeräte nötig.
  • Sauger für Asbest brauchen Staubklasse H und eine Bauartprüfung.

FFP3-Filter für Einwegmasken

FFP3-Masken sind partikelfiltrierende Halbmasken, bei denen der Filter fest im Maskenkörper verbaut ist. Sie werden bei kurzzeitigen Arbeiten eingesetzt, z. B. beim Ausbau einer Fensterbank mit Asbest. Der Filter hält mindestens 99 % der Partikel zurück. Die TRGS 519 sieht FFP3-Masken für Faserkonzentrationen zwischen 100.000 und 300.000 Fasern/m³ vor, allerdings nur für kurzzeitige Tätigkeiten von maximal zwei Stunden pro Schicht. Modelle mit Ausatemventil erleichtern das Atmen.

P3-Filter für Halb- und Vollmasken

Für längere Tätigkeiten, etwa an Asbest Dämmung oder Asbest Leichtbauplatten, kommen wiederverwendbare Halb- oder Vollmasken mit austauschbaren P3-Partikelfiltern zum Einsatz. P3-Filter nach EN 143 halten mindestens 99,95 % der Partikel zurück. Noch komfortabler und sicherer sind Gebläsefiltergeräte, bei denen ein Motor die gefilterte Luft in die Maske drückt. Gasfilter sind bei Asbest nicht nötig, da Asbest ein Partikel ist. Kombinationsfilter braucht man nur, wenn zusätzlich Gase oder Dämpfe auftreten.

Filterklassen nach Faserkonzentration

Da sich mit bloßem Auge nicht sagen lässt, wie Asbest aussieht, und erst ein Asbest Test Klarheit bringt, richtet sich der Atemschutz nach der zu erwartenden Faserkonzentration. Die TRGS 519 sieht dafür folgende Abstufung vor:

AsbestfaserkonzentrationAtemschutz nach TRGS 519
unter 10.000 Fasern/m³ (geringe Exposition)grundsätzlich kein Atemschutz erforderlich; bei Belastungsspitzen (z. B. Filterwechsel) wird P2 empfohlen
10.000 bis 100.000 Fasern/m³FFP2-Maske für kurzzeitige Tätigkeiten (max. 2 Stunden pro Schicht), Halbmaske mit P2-Filter für längere Tätigkeiten oder Gebläsegerät TM1P
100.000 bis 300.000 Fasern/m³Partikelfilter P3: FFP3-Maske für kurzzeitige Tätigkeiten, Halbmaske mit P3-Filter für längere Tätigkeiten; empfohlen wird ein Gebläsegerät TM2P
über 300.000 Fasern/m³Vollmaske mit Gebläse und Partikelfilter (TM3P) oder höherwertige Geräte
über 4.000.000 Fasern/m³Isoliergeräte (von der Umgebungsluft unabhängige Atemluftversorgung)

Wie hoch die Konzentration bei einer Tätigkeit voraussichtlich ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Mehr zu den Grenzwerten lesen Sie im Beitrag Akzeptanzkonzentration Asbest.

HEPA-Filter für Asbestsauger

Für die Reinigung nach Arbeiten an Asbestplatten oder Asbestwolle sind Sauger der Staubklasse H vorgeschrieben. Das Gesamtgerät muss mindestens 99,995 % des Staubs zurückhalten. Als Hauptfilter werden HEPA-Filter eingesetzt, in der Regel der Filterklasse H13 oder H14, oft in einem mehrstufigen System mit Sicherheitsfiltersack. Haushaltsstaubsauger sind strikt verboten, weil sie die Fasern über die Ausblasluft wieder im Raum verteilen. Ausführlich erklären wir das im Beitrag Asbest absaugen.

Filterwechsel und Standzeiten

Für die verschiedenen Systeme gelten unterschiedliche Regeln, egal ob bei Arbeiten an Asbestwolle, Asbest Putz oder Eternitplatten mit Asbest:

  • FFP-Einwegmasken werden höchstens eine Schicht verwendet und danach als asbesthaltiger Abfall entsorgt. Die ununterbrochene Tragedauer ist zusätzlich begrenzt; danach sind Erholungspausen einzuhalten (DGUV Regel 112-190).
  • P2- und P3-Filter werden gewechselt, sobald sie beschädigt oder verschmutzt sind oder der Atemwiderstand spürbar steigt. Gebrauchte Filter sind ebenfalls asbesthaltiger Abfall.
  • Bei Gebläsegeräten zeigt eine Warneinrichtung an, wenn der Luftstrom zu gering wird; dann ist der Filter zu wechseln.

Zusatzanforderungen bei Asbestarbeiten

Atemschutzgeräte müssen als persönliche Schutzausrüstung CE-gekennzeichnet und nach den einschlägigen Normen geprüft sein (z. B. EN 149 für FFP-Masken, EN 143 für Partikelfilter, EN 12941/12942 für Gebläsegeräte). Für Sauger und Entstauber verlangt die TRGS 519 eine Bauartprüfung; Geräte der Staubklasse M sind nur bei anerkannten emissionsarmen Verfahren zulässig. Industriesauger der Staubklasse H nach EN 60335-2-69 verfügen zudem über eine Volumenstromüberwachung mit Warnsignal und meist über eine Filterabreinigung. Das gilt für alle asbesthaltigen Arbeiten, von der Asbestdämmung bis zum Asbest Dach.

Richtige Schutzausrüstung wählen

Bei Unsicherheit bzw. nach einem positiven Asbest Test sollten Sie fachliche Beratung einholen, etwa bei der Obolus Group. Für gewerbliche Tätigkeiten ist ein Sachkundenachweis nach TRGS 519 Pflicht. Wichtig: Die richtige Maske macht Arbeiten an Asbest für Laien nicht zulässig. Prüfen Sie vor der Asbestsanierung außerdem Zertifizierung und CE-Kennzeichnung aller Geräte. Für H-Klasse-Sauger ist eine Förderung über die BG BAU möglich.

Fazit zu Asbest Filter

Nur der passende Filter und geprüfte Schutzausrüstung bieten bei einer Asbestsanierung wirksamen Schutz vor dem Einatmen von Asbestfasern. Welche Ausrüstung nötig ist, hängt von der Faserkonzentration ab: von der FFP2-Maske bei kurzen Arbeiten mit geringer Belastung bis zum Isoliergerät bei sehr hohen Konzentrationen. Falsche oder unzureichende Filter erhöhen das Gesundheitsrisiko erheblich.

FAQs

Welcher Filter schützt vor Asbest?

Partikelfilter der Klassen P2 und P3 bzw. die entsprechenden Einwegmasken FFP2 und FFP3, je nach Faserkonzentration. Gasfilter schützen nicht vor Asbestfasern.

Was ist der Unterschied zwischen FFP3 und P3 Filter?

FFP3 bezeichnet eine Einwegmaske mit fest eingebautem Filter für kurzzeitige Tätigkeiten. P3 ist ein austauschbarer Filter für wiederverwendbare Halb- oder Vollmasken, der für längere Arbeiten geeignet ist.

Welche HEPA-Filter für Asbestsauger?

Sauger für Asbest müssen der Staubklasse H entsprechen (mindestens 99,995 % Abscheidegrad). Als Hauptfilter dienen in der Regel HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14.

Wie lange kann eine FFP3-Maske getragen werden?

Bei Asbestarbeiten ist sie nach TRGS 519 nur für kurzzeitige Tätigkeiten von maximal zwei Stunden pro Schicht vorgesehen. Eine Einwegmaske wird höchstens eine Schicht verwendet und dann entsorgt.

Wann reicht FFP3 nicht mehr aus?

Bei längeren Arbeiten und bei Faserkonzentrationen über 300.000 Fasern/m³, z. B. beim Entfernen stark beschädigter Asbest Leichtbauplatten. Dann sind Gebläsegeräte mit Vollmaske oder Isoliergeräte nötig.

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